Freitag, 22. Juni 2018
Solidaritätsanzeige

Anlässlich des Einsturzes der Textilfabrik in Rana Plaza (Bangladesch) vor fünf Jahren am 24. April 2013 erklärt Helin Evrim Sommer, entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben mit ihren Leben einen hohen Preis für unsere Schnäppchen bezahlt. Unter dem Eindruck des ersten Schocks wurden Vereinbarungen getroffen und Verträge geschlossen.

In Bangladesch wurden sieben führende Mitglieder der Kommunistischen Partei Bangladeschs (CPB) und der Textilarbeitergewerkschaft GWTUC am Sonntag verhaftet. Sie waren bis dahin auf Kaution aus der Haft entlassen. Ihnen wird vorgeworfen, am 31. Januar in Dhaka vor dem Gebäude der Assoziation der Textilproduzenten und Importeure Bangladeschs gewalttätig demonstriert zu haben. An diesem Tag hätte eigentlich ein Drei-Parteien- Gespräch über Arbeitsbedingungen bei der Firma „Ashiana Garments“ in dem Gebäude stattfinden sollen, an dem Vertreter der GWTUC teilnehmen wollten. Das Gespräch wurde kurzfristig abgesagt und die friedlich vor der Tür demonstrierenden Textilarbeiter und ihre gewerkschaftlichen Vertreter durch die Arbeitgeberseite angegriffen, Mikrofone und Transparente wurden beschlagnahmt. Über 100 Textilarbeiter wurden bei den Angriffen verletzt, 37 von ihnen schwer. Die Polizei folgte den Anschuldigungen der Fabrikbesitzer und nahm Anzeigen gegen Gewerkschafter und Textilarbeiter auf, die zum Teil gar nicht vor Ort waren.
Die GWTUC versucht seit Mai 2017, sich als Gewerkschaft registrieren zu lassen, dies wird von den zuständigen Stellen aber immer wieder abgelehnt.

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UZ - Unsere Zeit

BangladeshIn Ashulia (Bangladesch) streiken Tausende von Textilarbeiterinnen seit Dezember für eine Erhöhung ihres Mindestlohns. Ihrer Forderung, den Lohn von derzeit rund 65 Euro monatlich zu verdreifachen, wird mit harscher Repression begegnet: Rund 200.000 Beschäftigte wurden ausgesperrt, Tausende entlassen, Fabriken geschlossen, Arbeiterinnen und Gewerkschafter werden angegriffen, verfolgt und zum Teil inhaftiert (siehe auch http://tinyurl.com/grdvmzo).

Im vergangenen November schrieb die Textilarbeiterin und DKP-Kandidatin bei den EU-Parlamentswahlen im Mai, Marion Baur, an die  Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Baronin Catherine Ashton of Upholland. Der offene Brief, in dem Baur der »Zweiten Frau in Europa« vorwarf, nichts gegen die grauenvollen Zustände in den Textilfabriken Bangladeschs zu unternehmen und die weltweit gestellte Forderung nach Aufhebung der skandalösen Zollfreiheit für den Import der blutigen Klamotten in die EU zu ignorieren, fand großes Interesse. Zuerst von der DKP-Wochenzeitung »Unsere Zeit« veröffentlicht, wurde er vor allem von englischsprachigen Zeitungen – auch von durchaus bürgerlichen – breit wiedergegeben. Die Reaktionen waren so zahlreich, dass Marion Baur nicht in der Lage war, alle zu beantworten.. Auch die BBC beschäftigte sich in England, der Heimat Catherine Ashtons mit dem Schreiben.

Demonstration der KP von BangladeschWie die Kommunistische Partei von Bangladesch informiert, haben bewaffnete Anhänger der islamistischen Parteien Hefajote Islam und Jamat-e-Islami am vergangenen Sonntag die Zentrale der CPB in Dhaka angegriffen. Sie schleuderten Brandbomben auf das Gebäude, um die Einrichtung des Büros zu zerstören. Ausserdem wurde des Parkhaus gestürmt und in Brand gesetzt. Fünf Fahrzeuge, die der Partei und befreundeten Organisationen gehört hatten, wurden zerstört.

Zum Zeitpunkt des Überfalls hatten der Generalsekretär der Partei und andere Genossen in ihren Büros gearbeitet. Sie konnten gerettet werden. Aus mehreren Teilen von Dhaka eilten Parteimitglieder zum Ort des Geschehens, um die Feuerwehr zu unterstützen und die Parteibüros zu beschützen.

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