Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) spricht sich gegen die Vorschläge der IHK Erfurt aus, die Sonntagsregelungen im Thüringer Ladenöffnungsgesetz bis zum Jahresende auszusetzen.

"Das Thüringer Ladenöffnungsgesetz ist bereits eines mit den bundesweit längsten zulässigen Öffnungszeiten", betont der Landesbezirksleiter Oliver Greie. Es bestehe demzufolge kein Grund, diese Regelungen noch auszuweiten.

Jörg Lauenroth-Mago, für den Handel verantwortlicher Fachbereichsleiter, bezeichnet das Vorhaben als völligen Unsinn.

"Die aktuellen Öffnungszeiten von Montag bis Samstag sind absolut ausreichend. Der Handel kommt zwar langsam wieder in Gang, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die Verkäuferinnen nach wie vor gefährdet sind. Regelmäßige Pausen sind genauso notwendig wie die Stunden im familiären Umfeld", stellt Lauenroth-Mago klar.

"Eine Ausweitung der Ladenöffnung auf den Sonntag hätte darüber hinaus lediglich eine Verschiebung der Umsätze zur Folge. Kleine und mittelständische Unternehmen sind weniger flexibel als große Warenhausketten und demzufolge von vornherein benachteiligt", sagt der Gewerkschafter.

Unterm Strich werde ver.di an der Forderung festhalten, einen für alle Unternehmen gültigen Arbeitszeitrahmen gesetzlich zu verankern – zum Schutz der Beschäftigten und für einen fairen Handel.

Quelle:

ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen