15 | 09 | 2019

jungewelt neuDer legendäre »Schwarze Kanal« des DDR-Fernsehens soll ab heute wieder auf Sendung gehen. Das teilt die in Berlin erscheinende Tageszeitung »junge Welt« mit, auf deren Internetportal die Weiterentwicklung der einst von Karl-Eduard von Schnitzler moderierten Sendung verfügbar gemacht wird.

30 Jahre nach Öffnung der deutsch-deutschen Grenze liegen die Nerven blank: »In Berlin ersteht die DDR wieder auf«, titelte »Bild« am 15. August. Der Hintergrund: Am 7. Oktober, dem 70. Jahrestag der Staatsgründung, soll in Berlin die Festveranstaltung »Sagen wird man über uns’re Tage« stattfinden, durchgeführt von der Tageszeitung »junge Welt«. »Bild« fragt: »Wer hat die DDR-Propaganda genehmigt?«

Doch das war es noch lange nicht: Auch »Der Schwarze Kanal«, die bekannte Sendung des DDR-Fernsehens, die jeden Montag Abend in über 1.500 Folgen Aufklärung über die westliche antikommunistische Propaganda leistete, ist keineswegs vollständig untergegangen. Im Gegenteil: Die Tageszeitung »junge Welt« wird den Schwarzen Kanal wiederbeleben. Nicht als einfache Kopie des von Karl-Eduard von Schnitzler erfundenen Formats, sondern als Weiterentwicklung. Schon seit 2004 veröffentlicht »junge Welt« in jeder Wochenendbeilage das gleichnamige Format als gedruckte Medienkritik. Ab Freitag, den 17. August, sollen diese Glossen nun auch als Video und als Audio-Podcast bereitgestellt werden. Zunächst in monatlichem Rhythmus, geplant ist aber eine wöchentliche Veröffentlichungsfrequenz – jeder gedruckte »Schwarze Kanal« soll dann multimedial verfügbar sein.

Márta Rafael, Ehefrau des im Jahr 2001 verstorbenen Journalisten Karl-Eduard von Schnitzler, hatte der »jungen Welt« gestattet, unter dem Titel Schwarzer Kanal die Tradition aufklärerischer Medienkritik im Geiste ihres Mannes fortzusetzen. Dies hat die »junge Welt« stets als Auftrag verstanden. Auch die Verfügbarmachung in Audio- und Videoformaten sieht die »junge Welt« in diesem Sinne: »Ich werde meine Arbeit als Kommunist und Journalist für die einzige Alternative zum unmenschlichen Kapitalismus fortsetzen. Als Waffe im Klassenkampf (…) Auf Wiederschauen.« (Karl-Eduard von Schnitzler im letzten ausgestrahlten »Schwarzen Kanal« des DDR-Fernsehens am 30.10.1989)

Ab Freitag, 16. August, werden wir ab 19:30 Uhr zunächst in monatlichem Rhythmus einen neuen »Schwarzen Kanal« als Video- und Audiodatei online stellen. Das Video wird ebenfalls in den sozialen Netzwerken und auf Youtube veröffentlicht.

 

Real time web analytics, Heat map tracking
Solidaritätsanzeige

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie fortfahren, ohne die Einstellungen Ihres Browsers anzupassen, wird davon ausgegangen, dass Sie alle Cookies dieser Webseite empfangen möchten. Sofern Sie die Cookies dieser Webseite ablehnen oder löschen möchten, können Sie dies in den Einstellungen des Browsers tun. Beachten Sie aber, dass die Bedienbarkeit der Webseite damit eingeschränkt sein kann.