„Die Klarstellung, dass in der EU trotz Pandemie die Lebensmittelproduktion und -versorgung gesichert werden kann, ist wichtig, aber kein Selbstläufer. Dass Hilfen unbürokratisch und ohne Hürden geleistet werden, sollte selbstverständlich sein. Wichtig ist aber auch der europäische Geist der Solidarität. Dies dem freien Markt zu überlassen wäre verantwortungslos“, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur gestrigen Konferenz des Agrar- und Fischereirats der EU.

Tackmann weiter:

„Es werden klare Regeln zur Sicherung des öffentlichen Interesses gebraucht. Saisonarbeitskräfte müssen in allen Mitgliedstaaten anständig bezahlt und sozial gesichert werden. Das ist Aufgabe der gesamten Lieferkette und verlangt auch einen fairen Umgang der Verarbeitungs- und Vermarktungskonzerne mit den Erzeugerbetrieben. Auch eine Deckelung der Konzerngewinne muss eine Option sein.

Zudem müssen Prioritäten gesetzt werden: von versorgungsrelevanten Kulturen über Kulturen mit Relevanz für gesunde Ernährung bis hin zu nicht alltagsnotwendigen Lebensmitteln. Dabei ist solidarische Hilfe aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten der einzelnen Mitgliedstaaten geboten. In der Krise müssen wir Europa einen und Grenzen nur da schließen, wo es aus Seuchenschutz nötig ist, aber nicht aus protektionistischem Egoismus oder Wettbewerbsvorteil in der Krisenbewältigung heraus. Nach der überstandenen Krise muss ein Strategiewechsel zu einer Lebensmittellieferkette mit sozial-ökologischem Regelwerk und regionalen Kreisläufen erfolgen. Diese bleibt auch angesichts des Klimawandels unerlässlich und dafür brauchen wir ein kooperatives und solidarisches Wirtschaftssystem.“

Quelle:

Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag

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