Donnerstag, 3. September 2015

Vor einigen Tagen wurde ein Artikel veröffentlicht, der sehr viele Informationen bezüglich der vor 105 Tagen verursachten Ölpest enthielt. Präsident Obama hatte diese Bohrung im Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit der modernen Technologie zur Ölproduktion genehmigt, da er über ausreichend Erdöl verfügen und damit die Vereinigten Staaten von der Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen dieses für die heutige Zivilisation lebenswichtigen Erzeugnisses befreien wollte. Dessen übermäßiger Verbrauch hatte schon den energischen Protest der Umweltschützer hervorgerufen. Nicht einmal George W. Bush hatte sich getraut, diesen Schritt zu gehen, insbesondere nach den bitteren Erfahrungen in Alaska mit einem Tankschiff, das dort gefördertes Öl transportierte.



Der Unfall hatte sich bei der Suche nach jenem Produkt ereignet, das in der auf Konsum ausgerichteten Gesellschaft verzweifelt benötigt wird, die die neuen Generationen von ihren Vorgängern geerbt haben; mit dem Unterschied, dass jetzt alles mit einer nie erahnten Geschwindigkeit vonstatten geht.

Wissenschaftler und Umweltschützer haben Theorien bezüglich der Katastrophen vorgestellt, die sich vor Hunderten von Millionen Jahren aufgrund der so genannten riesigen Methan-Blasen ereignet haben, die gigantische Tsunamis verursachten und einen Großteil des Planeten mit Stürmen und Wellen in doppelter Schallgeschwindigkeit und von 1 500 Meter Höhe zerstörten. Diese haben 96 Prozent der lebenden Arten ausgerottet. Sie aüßerten die Befürchtung, dass im Golf von Mexiko, der aus irgendeinem kosmischen Grund diejenige Region des Planeten ist, wo das Karstgestein uns von der riesigen Methanschicht abgrenzt, dieses aufgrund der verzweifelten Suche nach Erdöl mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten ultramoderner Technologie perforiert werden könnte.

Zu der Erdölverschmutzung durch die British Petroleum informieren die Nachrichtenagenturen: »Die US-Bundesregierung hat dazu aufgefordert, sich vom Zentrum der Operationen fernzuhalten und eine Geldstrafe von 40.000 US-Dollar für jeden Verstoß sowie eine mögliche Verhaftung wegen schwererer Delikte angedroht.«

»Die EPA [Agentur für Umweltschutzaufsicht der USA] hat öffentlich erklärt, dass die Plattform Nr. 1 Methan, Benzol, Schwefelwasserstoff und andere toxische Gase freisetzt. Die Mitarbeiter vor Ort verwenden jetzt fortgeschrittene Schutzmittel, einschließlich vom Militär gelieferter Gasmasken neuester Technologie.«

Tatsachen enormer Tragweite geschehen mit außergewöhnlicher Häufigkeit.

Die erste und unmittelbarste ist die Gefahr eines Atomkrieges nach der Versenkung des hoch entwickelten Kriegsschiffes »Cheonan«. Die Regierung von Südkorea macht dafür das Torpedo eines U-Boots sowjetischer Herkunft verantwortlich – beide wurden vor über 50 Jahren hergestellt. Sofort wurde die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Korea beschuldigt. Andere Quellen heben die einzig mögliche Ursache hervor: eine im Auftrag der Geheimdienste der Vereinigten Staaten am Rumpf des Cheonan angebrachte Mine. Zu diesem eigenartigen Geschehen kam Tage danach die Resolution 1929 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen hinzu, welche die Inspektion der iranischen Handelsschiffe in einer Frist von nicht mehr als 90 Tagen anordnete.

Die zweite Tatsache, die teilweise schon ihre zerstörenden Auswirkungen zeigt, ist der zunehmende Vormarsch des Klimawandels, dessen Effekte noch schlimmer sind, und Anlass zur Anprangerung durch den Dokumentarfilm »Home« von Yann Arthus-Bertrand gegeben haben, der unter Beteiligung der namhaftesten Umweltschützer der Welt hergestellt wurde. Und jetzt die Ölpest im Golf von Mexiko, wenige Meilen von unserem Land entfernt, die jeder Art von Befürchtungen hervorruft.  

Am 20. Juli nimmt eine Nachricht der Agentur EFE Bezug auf die Erklärungen des schon bekannten Admirals Thad Allen, Koordinator und Beauftragter für die Bekämpfung der Ölverschmutzung im Golf von Mexiko, der »darauf hinwies, dass er British Petroleum, der Eigentümerin der Ölquelle und Verantwortlichen der Ölpest, genehmigt habe, weitere 24 Stunden Tests durchzuführen, um die Widerstandsfähigkeit der Struktur ‘Macondo’ nach 10 Tagen der Installation einer neuen Abdeckglocke zu bestimmen.«

»Offiziellen Angaben zufolge gibt es 27 000 verlassene Ölquellen auf dem Meeresboden des Golfs…«

»Nachdem der Unfall auf dem Bohrgerüst von BP 92 Tage zurückliegt, besteht die Hauptsorge der US-Regierung darin, dass die unterirdische Struktur der Ölquelle beschädigt sein könne und dass das Rohöl sich durch das Gestein filtern und schließlich an zahlreichen Punkten des Meeresbodens ausfließen könne.«

Es ist das erste Mal, dass eine offizielle Erklärung die Befürchtung verlauten lässt, dass das Öl aus den schon nicht mehr produktiven Quellen ausfließen könnte.

Die am Thema interessierten Leser werden das Sensationslüsterne von den wissenschaftlichen Angaben unterscheiden. Meines Erachtens gibt es Tatsachen, die keine ausreichende Erklärung gefunden haben. Warum hat Admiral Allen erklärt, dass »die Hauptsorge der US-Regierung darin besteht, dass die unterirdische Struktur der Ölquelle beschädigt sein könne und dass das Rohöl sich durch das Gestein filtern und schließlich an zahlreichen Punkten des Meeresbodens ausfließen könne«? Warum hat die British Petroleum erklärt, dass sie nicht für jenes Rohöl haftbar gemacht werden könne, das 15 Kilometer von der zerstörten Quelle entfernt heraus gequollen ist?

Nach Meinung der kubanischen Gruppe, die das Problem analysiert, wären weitere 15 Tage abzuwarten, die für die Bohrung der Hilfsquelle benötigt werden, die fast parallel zu jener verläuft, die die Ölpest verursacht hat, und knapp fünf Meter von dieser entfernt ist. Währenddessen sollen wir wie gut erzogene Kinder warten.     

Wenn so viel Vertrauen auf die parallele Bohrung gesetzt wird, warum wurde diese Maßnahme dann nicht früher angewandt? Und was tun wir anschließend, wenn diese Maßnahme scheitert, wie es bei allen anderen geschehen ist?

Bei einem kürzlich stattgefundenen Austausch, den ich mit einer aufgrund der Interessen ihres Landes außerordentlich gut über die Einzelheiten des Unfalls informierten Person hatte, erfuhr ich, dass wegen der Merkmale und der Situation rund um die Quelle in diesem Fall dort nicht die Gefahr des Ausströmens von Methan besteht.

Am 23. Juli erscheint keinerlei Nachricht zu dieser Frage.

Am 24. meldete die Agentur DPA, dass »ein angesehener US-Wissenschaftler das britische Öl-Unternehmen BP beschuldigt habe, Experten bestochen zu haben, welche die Ölpest im Golf von Mexiko untersuchen, um die Veröffentlichung von Angaben zu verzögern, wie die Fernsehkette BBC angeprangert hat.« Aber sie bringt jene Immoralität absolut nicht mit irgendeinem Schaden an der Struktur des Meeresbodens bzw. dem Ausströmen von Erdöl und den außerordentlichen Mengen an Methan in Verbindung.

Am 26. Juli informieren die wichtigsten Medien aus London - BBC, Sunday Times, Sunday Telegraph und andere -, dass British Petroleum »in einer Vorstandssitzung heute das Ausscheiden ihres geschäftsführenden Vorsitzenden« - Tony Hayward – »wegen des unangebrachten Umgangs mit der Ölpest im Golf von Mexiko beschliessen wird«.

Ihrerseits brachten Notimex und die El Universal aus Mexiko, dass in der British Petroleum »keine Entscheidung über Veränderungen innerhalb ihrer Geschäftsführung getroffen worden sei«, und fügten hinzu, dass eine Vorstandssitzung für den heutigen Nachmittag vorgesehen ist.

Am 27. informierten die Nachrichtenagenturen, dass der geschäftsführende Vorsitzende der BP entlassen worden war.

28. Juli: Zwölf Agenturmeldungen und 14 Länder, darunter die Vereinigten Staaten und mehrere ihrer wichtigsten Verbündeten, formulieren peinliche Erklärungen wegen der durch die Organisation Wikileaks gemachten Veröffentlichungen von geheimen Dokumenten über den Krieg in Afghanistan. Obwohl »Barack Obama zugab, dass er ‘besorgt’ sei wegen des Durchsickerns, [...] zeigte er auf, dass die Informationen alt seien und nichts Neues enthalten würden.«

Das war eine zynische Erklärung.

»Der Gründer von WikiLeaks, Julián Assange, sagte, dass die Dokumente Beweise über von den US-Streitkräften begangene Kriegsverbrechen seien.«

So offensichtlich haben sie dies offen gelegt, dass sie sogar die Grundlagen der US-amerikanischen Geheimhaltungstätigkeit erschüttert haben. In ihnen wird über »den Tod von Zivilpersonen gesprochen, über die niemals öffentlich berichtet worden ist«. Das hat Konflikte unter den in diese Scheußlichkeiten verwickelten Seiten geschaffen.

Bezüglich der Risiken aufgrund des aus den außer Betrieb befindlichen Quellen ausströmenden Methans - absolute Funkstille.

29. Juli: Eine Meldung von AFP berichtet das nie vermutete: Osama Bin Laden war ein Mann der Geheimdienste der Vereinigten Staaten. »Osama Bin Laden taucht in den geheimen, von Wikileaks  veröffentlichten Berichten als Agent im Dienst auf, der im afghanisch-pakistanischen Gebiet anwesend ist und dem von seinen Männern gehuldigt wird.«

Es war bekannt, dass Osama während des Kampfes gegen die sowjetische Besetzung von Afghanistan mit den Vereinigten Staaten zusammengearbeitet hatte, aber die Welt nahm an, dass er bei seinem Kampf gegen die ausländische Invasion die Unterstützung der Vereinigten Staaten und der NATO als eine Notwendigkeit angenommen hatte, und dass er – sobald das Land befreit war – die ausländische Einmischung zurückgewiesen habe, indem er die Organisation Al Qaeda geschaffen habe, um die Vereinigten Staaten zu bekämpfen. Viele Länder, darunter Kuba, verurteilen seine Terrormethoden, die den Tod von zahlreichen unschuldigen Opfern nicht ausschließen.

Wie groß war doch die Überraschung der Weltöffentlichkeit, als sie erfuhr, dass Al Qaeda eine Schöpfung der Regierung jenes Landes gewesen ist. Sie war die Rechtfertigung für den Krieg gegen die Taliban in Afghanistan und eines der Motive, unter anderen, für die anschließende Invasion und Besetzung vom Irak durch die Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Zwei Länder, in denen tausende junge US-Amerikaner umgekommen sind und eine große Anzahl verstümmelt wurde. Beide Länder zusammengerechnet sind über einhundertfünfzigtausend US-Soldaten auf unbegrenzte Zeit involviert, und an ihrer Seite die Mitglieder der Einheiten der kriegstreiberischen Organisation NATO und andere Verbündete wie Australien und Südkorea.

Am 29. Juli wurde das Foto eines jungen US-Amerikaners von 22 Jahren veröffentlicht - Bradley Manning, Geheimdienstanalytiker, der 240.000 vertrauliche Dokumente an die Website Wikileaks durchsickern ließ. Er hat sich nicht über seine Schuldigkeit oder Unschuld geäußert. Sie werden ihm jedoch kein Haar krümmen können. Die Mitglieder von Wikileaks haben geschworen, der Welt die Wahrheit bekannt zu geben.

Der brasilianische Theologe Frei Betto hat am 30. Juli einen Artikel unter dem Titel »Schrei der Erde, Appell der Völker« veröffentlicht. Zwei Absätze bringen das Wesentliche seines Inhalts zum Ausdruck. »Die antiken Griechen hatten es schon bemerkt: Gaia, die Erde, ist ein lebendiger Organismus. Und wir sind Frucht derselben, gezeugt in 13,7 Milliarden Jahren Evolution. Jedoch in den letzten 200 Jahren haben wir es nicht verstanden, sie zu bewahren, sondern haben sie in eine Ware verwandelt, von der der größte Profit zu gewinnen erwartet wird.«
»Heute sind alle Formen des Lebens auf der Erde bedroht, einschließlich des menschlichen (Zwei Drittel der Erdbevölkerung leben unter der Armutsgrenze) und die Erde selbst. Die Vorverlegung der Apokalypse zu verhindern erfordert, Mythen der Modernität - wie Markt, Entwicklung, Ein-Nationen-Staat - in Frage zu stellen, die alle auf dem Instrumentierungszweck basieren.«

AFP verlautbarte ihrerseits an diesem Tag: »Die Volksrepublik China ‘missbilligt die einseitigen Sanktionen’, die von der Europäischen Union gegen Iran verabschiedet wurden, erklärt heute Jiang Yu, Sprecher des chinesischen Außenministeriums«. Auf die gleiche Art und Weise verurteilte Russland energisch die Sanktionen jener Region, die enger Verbündeter der Vereinigten Staaten ist.

Am 30. Juli berichte eine Agenturmeldung von AFP, dass der Verteidigungsminister von Israel erklärt habe: »Die Sanktionen, die die UNO Iran auferlegt hat [...] werden nicht dazu führen, dass es seine Tätigkeiten der Urananreicherung auf der Suche nach der Atombombe einstellen wird«.

Am 1. August berichtet eine AFP-Agenturmeldung: »Der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarde hat heute die USA vor einem eventuellen Angriff auf den Iran gewarnt.«

»Israel hat eine militärische Aktion gegen den Iran nicht ausgeschlossen, um dessen Atomprogramm zu stoppen.«

»Die internationale Gemeinschaft unter Führung von Washington hat kürzlich ihren Druck auf den Iran verstärkt, der bezichtigt wird, sich mittels eines verdeckten zivilen Atomprogramms mit einer Atomwaffe ausrüsten zu wollen.«

»Die Behauptungen von Javani gingen einer Erklärung von Michael Mullen, Befehlshaber des Gemeinsamen US-Generalstabs, voran, der versicherte, dass für diesen Sonntag ein Angriffsplan der Vereinigten Staaten gegen den Iran vorgesehen ist, um zu verhindern, dass Teheran sich mit der Atomwaffe ausstatten kann.« 

Am 2. August berichtete eine AFP-Agenturmeldung, die einen ähnlichen Inhalt wie die der anderen Nachrichtenagenturen aufweist: »‘Ich muss im September nach New York reisen, um an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilzunehmen. Ich bin bereit, mich von Angesicht zu Angesicht mit Obama zu treffen, von Mann zu Mann, um vor den Medien frei über Angelegenheiten der Welt zu sprechen und die beste Lösung zu finden’, erklärte Ahmadinejad bei einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Rede.«

»Aber Präsident Ahmadinejad wies darauf hin, dass das Gespräch auf der gegenseitigen Achtung basieren muss. ‘Wenn sie glauben, sie könnten einen Stock schwingen und uns anweisen und dass wir alles, was sie sagen, akzeptieren müssten, das wird nicht so sein’, fügte er hinzu. Die Westmächte ‘begreifen nicht, dass sich die Dinge auf der Welt verändert haben’, sagte er weiter. ‘Sie unterstützen ein Land das über hunderte Atombomben verfügt, aber sie sagen, dass sie Iran stoppen wollen, das diese eventuell eines Tages haben könnte…’«

Die Iraner haben erklärt, dass sie einhundert Raketen auf jedes der Schiffe der Vereinigten Staaten und von Israel abschießen werden, die Iran belagern, sobald diese ein iranisches Handelsschiff einem Register unterziehen werden. So wird Obama, sobald er den Befehl zur Erfüllung der Resolution des Sicherheitsrates gibt, hiermit die Versenkung aller US-amerikanischen Kriegsschiffe in jenem Gebiet anordnen. Keinem Präsidenten der Vereinigten Staaten ist so eine dramatische Entscheidung zugefallen. Er hätte das voraussehen sollen.

Diese Mal richte ich mich zum ersten Mal in meinem Leben an den Präsidenten der Vereinigten Staaten Barack Obama: Sie müssen wissen, dass es in Ihren Händen liegt, der Menschheit die einzige reale Möglichkeit für den Frieden zu bieten. Sie können nur ein einziges Mal von ihren Vorrechten Gebrauch machen, wenn sie den Schießbefehl geben. Es ist möglich, dass danach, ausgehend von dieser traumatischen Erfahrung, Lösungen gefunden werden, die uns nicht erneut in diese apokalyptische Situation bringen. Alle in ihrem Land, einschließlich Ihre schlimmsten Gegner von Links und von Rechts, werden Ihnen mit Sicherheit dafür danken, und ebenso das Volk der Vereinigten Staaten, das absolut keine Schuld an der geschaffenen Situation hat.

Ich fordere Sie auf, diesen Appell anzuhören, den ich Ihnen im Namen des Volks von Kuba übermittele. Ich begreife, dass keine schnelle Antwort zu erwarten ist und dass sie diese nie geben werden. Überlegen Sie es gut, beraten Sie sich mit ihren Sachverständigen und Experten, bitten Sie ihre mächtigsten Verbündeten und internationalen Gegner um ihre Meinung bezüglich der Angelegenheit.

Ich bin nicht an Ehrungen und Ruhm interessiert. Tun Sie es! Die Welt wird sich wirklich von den Atomwaffen befreien können und von den konventionellen. Die schlimmste aller Varianten wird der Atomkrieg sein, der offenbar schon fast unvermeidbar ist.

VERHINDERN SIE IHN!


Fidel Castro Ruz

3. August 2010
18:00 Uhr

Quelle: cuba.cu / RedGlobe

 

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