29 | 01 | 2020

Red-Bull-Kanal weiter ohne Betriebsrat: ServusTVRed-Bull-Kanal weiter ohne Betriebsrat: ServusTVDie Erpressung durch »Red Bull« war erfolgreich: Am Dienstagmorgen verkündete der Brauseproduzent die Einstellung seines Fernsehsenders ServusTV, weil dieser wirtschaftlich nicht tragbar sei. Tatsächlicher Hintergrund war jedoch der Versuch von Beschäftigten, einen Betriebsrat zu gründen. Diese haben nun der Erpressung nachgegeben – und prompt wurden die Kündigungen zurückgenommen. Heute abend teilte der Sender mit: »Nicht überraschend für einen Betrieb, der für seine hohen sozialen Standards bekannt ist, lehnt die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter einen Betriebsrat ab. (...) Red Bull führt daher den Sender weiter, und die Kündigungen werden zurückgenommen.«

Dem Schritt vorangegangen waren Gespräche mit dem Österreichischen Gewerkschaftsbund und der Arbeiterkammer. Diese beugten sich offenbar dem Druck des Konzerns, nachdem dessen Chef Dietrich Mateschitz zuvor in den »Salzburger Nachrichten« die Organisationen der Beschäftigten für den Kahlschlag verantwortlich gemacht hatte: »Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit insbesondere durch politische Parteien, egal welcher Richtung, war von Anfang an ein tragender Pfeiler von Servus TV.« Die Betriebsratsgründung hätte diese Werte »insbesondere durch die Art und Weise ihres Zustandekommens – anonym, unterstützt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer – nachhaltig beschädigt«.

Noch vor dem Bekanntwerden der Rücknahme des Einstellungsbeschlusses hatte die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) kommentiert: »So sieht Klassenkampf von oben aus: Didi Mateschitz schließt ServusTV und setzt 264 ArbeiterInnen vor die Türe. Mateschitz' Vermögen belief sich 2009 auf $3,7 Milliarden. Sieben Jahre später sind es unvorstellbare $13,2 Milliarden. Mateschitz gehört zur selben Klasse, die ohne mit der Wimper zu zucken 2.500 Zielpunkt-ArbeiterInnen von einem Tag auf den anderen die existenzielle Grundlage entzieht. Knapp 1.000 ehemalige Zielpunkt-Beschäftigte haben bis heute keinen Job. Der Grund für die Schließung ist das hart erkämpfte Recht auf Betriebsrat-Gründung. Die ArbeiterInnen haben es gewagt, Gebrauch von ihrem Recht zu machen und müssen nun mit der Konsequenz des Jobverlusts leben.«

Quellen: APA-OTS, KJÖ / RedGlobe

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