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Atomausstieg jetztAtomausstieg jetztEmpört haben Anti-Atom-Initiativen auf die Absicht von Bundesumweltminister Norbert Röttgen reagiert, den derzeit als Zwischenlager für Atommüll genutzten Salzstock in Gorleben weiter auf seine Eignung als Endlager erkunden zu lassen. Dies habe der CDU-Politiker seinem Parteifreund David McAllister, dem niedersächsischen Ministerpräsidenten, in einem Brief mitgeteilt, meldet die »Hannoversche Allgemeine Zeitung«. McAllister hatte sich im September an den Minister gewandt und einen Verzicht auf ein Endlager in Gorleben gefordert. Grund dafür sei, dass aus dem Salzstock in Gorleben dort endgelagerter Atommüll später nicht mehr zurückgeholt werden könne, weil sich der Stock im Laufe der Zeit wieder verschliesse.



Luise Neumann-Cosel, Pressesprecherin der Anti-Castor-Initiative X-tausendmal quer, kommentierte das Beharren Röttgens: »Die Bundesregierung entlarvt ihre eigene Endlager-Politik als pure Show. Indem Umweltminister Röttgen starrköpfig am völlig ungeeigneten Salzstock Gorleben festhält, wird deutlich, wie viel der Regierung an einer verantwortungsvollen Lösung des Atommüll-Problems gelegen ist: Nichts. Der Bevölkerung soll vorgegaukelt werden, man wolle die Endlager-Frage bestmöglich lösen, doch gleichzeitig ist die Regierung taub für sämtliche fachliche Bedenken gegen Gorleben.«

Doch die Strategie der Regierung werde nicht aufgehen, ist sich Neumann-Cosel sicher: »Die Bevölkerung wird Röttgen nicht auf den Leim gehen, sondern die Schmierenkomödie um Gorleben durchschauen. Wenn in wenigen Wochen erneut Atommüll ins Wendland gebracht werden soll, wird es massenhaften Zivilen Ungehorsam gegen den Castor-Transport geben. Wir nehmen nicht hin, dass in Gorleben hochradioaktiver Atommüll vergraben werden soll. Und wir nehmen nicht hin, dass tagtäglich in den AKW weiterer Atommüll produziert wird, obwohl niemand weiß, wohin damit. Deswegen werden wir uns dem Castor-Transport mit einer großen, gewaltfreien Sitzblockade entschlossen widersetzen.«

Ihr Kollege Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt pflichtet ihr bei: »Egal ob die Bundesregierung blind für alle geologischen Mängel stur an Gorleben festhält oder ob Baden-Württemberg die Endlagersuche auf andere Standorte ausweiten will: Unterm Strich kann niemand mit Gewissheit sagen, ob es zukünftig einen sicheren Lagerplatz für die Millionen Jahre strahlenden Hinterlassenschaften aus den Atomkraftwerken geben wird. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es diesen Ort niemals geben wird. Unter diesen Bedingungen ist der Weiterbetrieb von neun Reaktoren nicht zu verantworten. Jedes Jahr entstehen dort weitere 250 Tonnen hochradioaktiver Müll, der unsere Nachkommen vor unüberwindliche Probleme stellen wird. Es kann doch nicht legal sein, Tag für Tag giftigste Stoffe zu produzieren, ohne dass deren sichere Entsorgung gewährleistet ist.« Natürlich müsse der völlig ungeeignete Salzstock von Gorleben endlich
aufgegeben werden, weil ein Atommüll-Endlager mit direktem Kontakt zum Grundwasser einfach nicht gehe, so Stay. »Aber jetzt einfach neue Standorte zu benennen, wie es die grün-rote Regierung Baden-Württembergs vorschlägt, macht keinen Sinn. Denn zuerst müssen die Fehler der Vergangenheit aufgearbeitet werden, damit sie sich nicht wiederholen.« Es sei an der Zeit, dass denjenigen, die immer so tun, als wäre das Atommüll-Problem lösbar, jemand laut und deutlich zuruft: »Der Kaiser ist ja nackt!«

Unterdessen haben am heutigen Sonntagmorgen um 8 Uhr AtomkraftgegnerInnen begonnen, alle sechs Tore des Erkundungsbergwerks in Gorleben mit Ankettaktionen und Sitzblockaden zu versperren. Die AktivistInnen sind mit Stahlrohren an drei Tore angekettet und weitere drei Tore sind durch Sitzblockaden besetzt, teilt die Kampagne gorleben365 mit. Sie seien bester Stimmung, hätten sich warm angezogen und wollten bis zum Mittag ausharren. »Ich stoppe die Erkundung mit meinem Körper und riskiere dabei meine körperliche Unversehrtheit, weil ich nicht verantworten kann, dass wir den nachfolgenden Generationen ein viel größeres Risiko aufbürden. Der Salzstock in Gorleben ist ungeeignet und die geplante Einlagerung von Atommüll würde unweigerlich viele Leben zerstören«, erklärte ein Blockadeteilnehmer. »Ziviler, gewaltfreier Widerstand hat vielfach Geschichte geschrieben. Wir wollen und werden in Gorleben ein weiteres Kapitel hinzufügen«, so
Jochen Neumann, Geschäftsführer der die Blockadeaktion organisierenden KURVE Wustrow.

 

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