EcuadorEs ist der wohl endgültige Bruch der ehemals verbündeten Länder: Die Regierung Ecuadors hat am Donnerstag die Botschafterin Venezuelas, Carol Delgado, des Landes verwiesen. Zudem sei Ecuadors Geschäftsträger aus Caracas zu Beratungen nach Hause gerufen worden. Begründet wurde dieser Schritt vom Außenministerium in Quito mit Äußerungen des venezolanischen Informationsministers Jorge Rodríguez. Dieser habe sich am Tag zuvor »beleidigend« über Ecuadors Staatschef Lenín Moreno geäußert.

Rodríguez hatte Moreno am Mittwoch während einer Pressekonferenz in Caracas vorgeworfen, am 25. September in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York gelogen zu haben. Der ecuadorianische Staatschef hatte behauptet, dass täglich 6.000 Venezolaner in sein Land einreisen würden. Rodríguez sagte dazu offensichtlich unter Anspielung auf die US-Administration: »Er ist ein Lügner, denn das haben sie ihm befohlen.« Wenn Morenos Aussagen stimmen würden, dass sich eine Million Venezolaner in Ecuador aufhielten, müssten sieben Jahre lang jeden Tag 140 Busse aus Venezuela in den Andenstaat gefahren sein, so der Minister.

Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza wies die Entscheidung Quitos als »intolerant und unverhältnismäßig« zurück. Über Twitter antwortete er mit einem Zitat des ecuadorianischen Nationalhelden Eloy Alfaro: »Falschheit, Beleidigungen, Verleumdungen in ihren verabscheuungswürdigsten und unvergänglichen Formen waren die bevorzugten Waffen unserer Gegner.«

Quellen: ALBA, Außenministerium Venezuelas / RedGlobe