18 | 06 | 2019

Die politische Gewalt in Kolumbien nimmt weiter zu. Nicht nur die Bedrohungen und Morde an sozialen Aktivisten vor allem durch paramilitärische Strukturen sind sprunghaft angestiegen, sondern auch die Morde an sich im zivilen Wiedereingliederungsprozess befindlichen FARC-Kämpfern hört nicht auf.

Ein ehemaliges Mitglied der FARC wurde in dem Dorf La Laguna, in der ländlichen Gegend von der Gemeinde El Tambo, Cauca, offenbar von Männern, die auf einem Motorrad unterwegs waren, erschossen. Er machte gerade Hausarbeiten auf seinem Grundstück, als er am Donnerstag Nachmittag ermordet wurde. Hierbei handelt es sich um Rafael Polindara.

Als der ehemalige kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos im Jahr 2016 die seit 2012 währenden Friedensverhandlungen mit der marxistischen Guerilla Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo, kurz FARC-EP (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee) erfolgreich abschloss und diese sich schließlich 2017 demobilisierte, waren die Erwartungen groß. Die Friedensverträge von Havanna verpflichteten die Regierung faktisch dazu, einen modernen, demokratischen Nationalstaat mit umfangreichen Sozialsystemen aufzubauen. Eine gigantische Herausforderung für eines der sozial ungleichsten Länder der Erde.

Das Führungsmitglied der politischen Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes (Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común, Farc) Jesús Santrich, trat am Dienstag sein Amt als Abgeordneter für das Departamento Atlántico an, wie Telesur berichtet.

Santrich sagte in kurzen Bemerkungen zu Reportern, dass er sich in seiner legislativen Arbeit für die Förderung der Rechte der Zivilgesellschaft, für die Rentner und für die Obdachlosen einsetzen werde und dass er überzeugt davon sei, dass in diesem Gericht die Intrige gegen ihn und gegen den Frieden aufgeklärt werde.

Die Frente Fuerza Unida del Pacífico (FUP), zu deutsch Front der Vereinigten Kraft des Pazifiks, gibt in einem Video ihre Entstehung bekannt. Zu dieser neuen Struktur würden insgesamt 400 Personen gehören, die wiederum in 3 Fronten mit Stützpunkt in der Region Naya organisiert sind. Diese Region befindet sich an der Pazifikküste der beiden Regionen Cauca und Valle del Cauca.

Doch schon vor einem Jahr erschien eine Erklärung der Gruppe und eine weitere Namens „Columna Móvil Jaime Martínes“ (Mobile Kolonne Jaime Martínes), die sich ebenfalls genau wie Fuerza Unida del Pacífico als Nachfolgeorganisation der FARC-EP bezeichnete. Beide stellten sich als politisch-militärische Organisationen dar und nicht als Drogenhändler oder Kriminelle. Neu ist jedoch das Bekenntnis als Teil der neuen FARC-EP der FUP .

Santrich in Freiheit, Screenshot: #SantrichLibreSantrich in Freiheit, Screenshot: #SantrichLibreNach tage- und wochenlangem Tauziehen ist in Bogotá heute der frühere Comandante der kolumbianischen FARC-Guerilla Jesús Santrich aus dem Gefängnis entlassen worden. Nach einem am Mittwoch ergangenen Urteil des Obersten Gerichtshofs konnte er in Begleitung seiner Anwälte und von führenden Vertretern der FARC den Gang in die Freiheit antreten. Er ließ sich direkt in die Parteizentrale der früheren Guerilla bringen, wo er von seinen Genossen begeistert und mit der Hymne der Guerilla empfangen wurde.

Es ist Zeit, unsere Stimmen gegen die menschliche Armseligkeit des Systems zu erheben, das vom Uribismus und der US-Botschaft angeführt wird, gegen den Friedenstraum von Millionen von Menschenseelen, die mehr als ein halbes Jahrhundert bewaffneter Konfrontation beenden wollten.

Welch Schweinerei von Staatsanwaltschaft haben wir Kolumbianer, um freizulassen, wieder verhaften und dann eine Legalisierung der Gefangennahme für eine blinde Person zu praktizieren, das noch getoppt wird, bis es zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand kommt.

Santrich erneut verhaftet. Screenshot: TeleSurSantrich erneut verhaftet. Screenshot: TeleSurIn Kolumbien ist am Freitagabend das FARC-Führungsmitglied Jesús Santrich (Seuxis Paucias Hernández Solarte) entsprechend einer Anordnung der Sonderjustiz für den Frieden aus der Haft entlassen worden. Doch kaum war er im Rollstuhl durch das Tor des Gefängnisses La Picota in Bogotá geschoben worden, wurde er von Beamten der Kriminalpolizei CTI erneut verhaftet. Seine Unterstützer, die ihn vor der Haftanstalt begrüßen wollten, reagierten empört auf diesen erneuten Schlag des kolumbianischen Staates gegen den Friedensprozess.

Ein kurzer Ausschnitt aus einem heutigen Kommuniqué des Nationalen Politischen Rates der FARC wegen des Mordes an einen ehemaligen Kommandanten der FARC-EP, Wilson Saavedra, der die 21. Front kommandierte. Er ist das erste hochrangige Opfer in den systematischen Morden gegen die ehemalige aufständische Bewegung. Zudem war er Mitglied des Generalstabs des militärischen Blocks Alfonso Cano. Er war auch in den Prozess der Wiedereingliederung als Führungsperson in der Wiedereingliederungszone von Marquetalia im Süden von Tolima, der historischen Wiege der Guerilla, verankert.

„Am gestrigen Tag wurde unser Genosse Wilson Saavedra (Jorge Enrique Corredor González), ehemaliger Guerillakämpfer der FARC-EP, von zwei bewaffneten Männern in der Stadt Tulua, Valle del Cauca getötet.

Die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden in Kolumbien (JEP) hat erklärt, die Garantie der Nicht-Auslieferung auf Seuxis Paucias Hernández (Jesús Santrich) anzuwenden. Die JEP wies die Staatsanwaltschaft an, den ehemaligen Comandante der FARC-Guerilla sofort freizulassen.

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