Nach den verheerenden Explosionen in der vergangenen Woche im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut flammen die Proteste gegen die Regierung und Korruption erneut auf. Am vergangenen Dienstag war es zu zwei schweren Explosionen im Hafen von Beirut gekommen, bei denen über hundert Menschen starben, tausende wurden verletzt und viele stehen durch die Verwüstung in der Stadt in Folge der Explosionen vor einer zerstörten Existenz. Die Ursache für die katastrophale Explosion war die jahrelange unsachgemäße Lagerung von 2.700 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen, welches die libanesischen Behörden vor einigen Jahren beschlagnahmt worden war.

Seit Herbst 2019 gibt es im Libanon immer wieder Proteste gegen die Politik der Regierung und die Korruption im Land. Die Libanesische Kommunistische Partei (LKP) unterstützt die Proteste und kritisierte wiederholt das sektiererische politische System, das sich auf die religiöse Spaltung des Libanon stützt. Angesichts der Folgen der Explosion sind die Proteste erneut aufgeflammt. Die LKP weist in einer Erklärung darauf hin, dass die Verantwortung für die Explosion beim gesamten politischen System liegt, das den Staat zum „Apparat für politischen Klientelismus und sektiererische Günstlingswirtschaft“ gemacht hat. Sie ruft das libanesische Volk dazu auf, sich jeder religiöse-sektiererischen Ausnützung der Ereignisse oder Einmischung von außen zu widersetzen.

Aufgrund der Zerstörung zahlreicher Wohnungen durch die Katastrophe fordert die libanesische KP die Unterbringung aller Obdachlosen in Hotels und leerstehenden Wohnungen. Außerdem sollen die Betroffenen möglichst schnell entschädigt werden und die „Einwohner von Beirut und allen Nachbargemeinden von Steuern, Gemeindeabgaben, Strom- und Wasserrechnungen“ befreit werden, so die weiteren Forderungen der LKP.

In den vergangenen Tagen sind drei Minister und neun Parlamentsabgeordnete zurückgetreten. Die Polizei geht mit Tränengas gegen die Proteste vor.

Quellen: AJ/LCP

Quelle:

Zeitung der Arbeit


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